Anne Simon Netzwerk e.V.
 

  

März 2017


Jedes Lebewesen trägt in sich seine geistige und seelische Bestimmung, unabhängig der Glaubensrichtung seiner Eltern.

 

So sehe ich für mich in der Aufgabe bei meiner Hebammentätigkeit immer die Grundlage im Gegenüber zu Mutter, Vater und Kind - die drei Säulen von Respekt, Achtung und Vertrauen.

Das Wesen das am engsten mit der Mutter verbunden ist, möchte mit dem Respekt wahrgenommen werden, dem es gebührt, auch wenn es diese Bedürfnisse noch nicht äußern kann.

 

Übersetzt:

„Liebe Mami gib' mir meine Zeit, meinen Zeitpunkt, an dem ich mit dem ersten Atemzug meinen Lebensweg beginne.

Gib' mir die Möglichkeit mich aus eigener Kraft durch den Geburtskanal in Dir zu winden, um mit Dir diesen wichtigen Prozess teilen zu können.

Ich möchte nicht an einem von außen bestimmten Tag geplant und organisiert in einer Minute aus Deinem Bauch herausgerissen werden.

Wenn es um Deine oder meine Gesundheit geht, müssen wir das gemeinsam annehmen, wenn die Entscheidung, mich geplant in das Leben zu zerren, fällt."

 

 

Liebe Eltern, Geburtsvorbereitung besteht nicht nur aus Atmen und Leisten dehnen, sondern vor allem in der Selbstwahrnehmung und in der Selbsterfahrung die beste Entscheidung für sich und dass kommende zu finden. Bewusstsein aus einer inneren Führung, aus der in der Stille gefundenen Intuition.

Keine Hebamme, kein Arzt, kein Internet, kann ein besserer Ratgeber sein, als die innere Führung.

Es ist die Liebe zu und für das kommende, eigenständige Wesen, die uns dazu führt mit Respekt und Achtung ihm den Eintritt, den Beginn seines neuen Lebensweges mit entscheiden zu lassen.

 

Das gilt ebenso für die geburtsbegleitenden Hebammen und Ärzte.

Nicht das Geld, die Organisation, oder die Regeln und Vorschriften sollten im Vordergrund stehen, sondern die Sicht auf die individuelle Situation und der Respekt und die Achtung gegenüber den Eltern und dem mit Ihnen verbundenen Kind.

 

Ich möchte mit diesen Zeilen nicht richten oder werten, sondern aus meiner langjährigen Erfahrung heraus vermitteln, dass wir nur selbstbewusst in der eigenverantwortlichen Wahrnehmung für uns selbst und unsere Kinder die richtige Entscheidung fällen können.

 

Anne Simon


********************************************************************************************************************************************************************


Der Weg in die Welt


Es ist der Augenblick

Der erste Atemzug

Wenn er im Einklang der Bestimmung

Uns erlaubt ist als Geschick

Es bleibt als Augenblick

Der erste Atemzug

wenn er von Außen  bestimmt

Den Einklang in seinem Wesen erstickt

Es ist der Augenblick

Der erste Atemzug

wenn dieser in uns  Selbstbestimmt 

Im Einklang auf Gottes Willen blickt

Es ist die ungesehene Not

Der Augenblick von Geburt und Tod

die fremdbestimmt  des Lebens Sinn verrückt

Anne Simon


********************************************************************************************************************************************************************


Weihnachten 2015

 

Aus Angst lässt sich Gefahr unterstellen
Aus Unkenntnis erwächst sich gegen das Fremde zu stellen
Aus Einsicht beginnt das in Frage stellen
Aus Wissen kann sich die Wahrheit erhellen
Aus Liebe und Barmherzigkeit bewahrt sich der Raum das Dach zum unterstellen

 


Anne Simon

 


********************************************************************************************************************************************************************



ich schaue auf eine Frau und einen Mann,

die sich in den Armen liegen

ich fühle Liebe

ich schaue auf ein Ei und einen Samen

die sich im Dunkel einer Höhle verbinden

ich fühle Einheit

ich schaue auf eine Zellkugel die wächst

ich fühle das Werden

 

ich bin irgendwo man nennt es Universum

ich werde von einer Bindung eingehend

zu werdenden Zellen

zu einer Frau zu einem Mann

ich bin bereit mich einzulassen

in ein gebundenes Sein

gebunden an einen Vater eine Mutter

eine Aufgabe an Begegnung

aber auch auf Trennung

 

noch kann ich frei nur schauen

auf das Teilen das Wachsen das Bauen

die Frau auf die ich schaue in der meine

zukünftige Hülle wächst ist bei einem Mann zur Kontrolle

das was da wächst wird vermessen

ich fühle Angst, ich fühle Freude

ich schaue auf ein Pochen und lasse mich ein

 

ich beginne zu hören, noch ist alles leicht

ich fühle Wärme, und im Wachsen Bewegung

umhüllt von Wasser umrahmt von einer dunklen

Wand.

 

mein kommendes Herz schlägt

aber wo bin ich

ich werde Lunge, Bronchien, Darm, Bauch, Kopf,

Wirbelsäule, Arme, Beine

acht Wochen und ich bin schon vollkommen.

 

Die Frau, die meine Mutter wird

warum? will sie die Kontrolle

ich werde angeschaut, ich werde vermessen

 

ich weiß nicht warum mich das traurig macht

ich tröste mich, indem ich mich wegbieme

aber mein Herz, das Herz das demnächst mein

„Ich“ wird, klopft weiter.

 

CTG nennt man das, da unten

wie kann ich vermitteln, meine zukünftige Eltern

„es nervt“.

Kontrolle, Angst, Dokumentation.

Bin ich nur wert zu Euch zu kommen,

wenn ich in Eure Schablone passe.

 

ich bin ein ungeborenes Kind und schwebe

zwischen Wolken, Sonne und Wind, werde

gebunden in Raum und Zeit

 

Jetzt sehe ich schon aus wie ein kleiner Mensch

und jedes Mal wenn die Frau in der ich wachse

bei dem Mann, den man Arzt nennt, ist: werde ich vermessen und

abgeschätzt. Es ist dabei immer schrecklich laut

und ich möchte schreien.

 

Weil mich das unsicher macht bleibe ich

lieber in dem Wasser und der Höhle sitzen

Weil es mir Angst macht meinen Kopf

hin zu dem Ausgang zu drehen.

 

Ich strampele mein Herz schlägt ganz schnell

aber die Frau, die mich überall mit

hinnimmt hört nicht meine Angst, aber

ich spüre ihre Angst.

 

Der Mann der die Frau lieb hat, der

hört mich auch nicht und ich kann ihn

ja auch nicht erreichen.

 

Dann kommt die Zeit in der ich aus der

Höhle mit Wasser raus soll.

Eigentlich gibt es einen genauen Zeitpunkt

doch keiner weiß wann der sein wird und

so sitze ich in der Höhle

und bin nicht bereit mich zu drehen, weil ich nicht fühle

ob man da draußen wahr nimmt das ich nicht zu früh

raus geholt werden will

 

Oh liebe Frau, die Du meine Mutter wirst

kannst Du nicht einmal ganz still sein und

innehalten, versuchen zu hören, was ich Dir

mitteilen will. Dann könnte ich im Vertrauen

mit ganz viel Mut

nach unten rutschen und zur Erde

hinunter schauen.

 

Anne Simon